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Mission

sag nein zum OZEANIUM am Rhein

Der Basler Zoo plant ein Grossaquarium auf der Heuwaage in Basel.
Die Kosten für die Umsetzung des „Ozeanium Basel“ belaufen sich auf über 100 Millionen Franken. Wir sind der Meinung, dass dieses ökologisch und ökonomisch unsinnige Projekt verhindert werden muss!

Die Weltmeere sind bedroht wie nie zuvor. Fast ein Drittel der Korallenriffe ist zerstört und weitere 20 Prozent werden es in 10 bis 20 Jahren sein. Grossaquarien fördern diese Zerstörung, weil sie auf den Import vieler dort lebender Tierarten durch Wildfang angewiesen sind, da diese in künstlichen Lebensräumen nicht züchtbar sind. Tiere aus gefährdeten Ökosystemen zu entnehmen, schwächt diese zusätzlich. Verschiedene Korallenfische sind lokal bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht, z.B. der Banggai-Kardinalfisch.

Die Ozenaium-Initianten rechtfertigen den Bau des Grossaquariums mit dem Schutz seltener Arten und einem pädagogoschen Effekt. Das Gegenteil ist der Fall! Das Ozeanium trägt zur Zerstörung der Ökosysteme bei, für die es sensibilisieren will. 


Wir, die Fondation Franz Weber, fordern deshalb
SCHÜTZT DEN LEBENSRAUM IN DER NATUR STATT
KÜNSTLICHE LEBENSRÄUME ZU SCHAFFEN.


Argumentarium

Aus folgenden Gründen braucht es kein Ozeanium in Basel
1

Fast ein Drittel der Korallenriffe ist zerstört. Auch das Ozeanium Basel schwächt das Ökosystem wegen des Wildfangs von Korallenfischen in der Wildnis!

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Korallenriffe sind stark gefährdet

Fast ein Drittel der Korallenriffe ist zerstört und weitere 20 Prozent werden es in 10 bis 20 Jahren sein (1).

Tiere aus gefährdeten Ökosystemen zu entnehmen, schwächt diese zusätzlich. Verschiedene Korallenfische sind lokal bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht (z.B. Banggai-Kardinalfisch) (4).

Nur rund 25 Arten von Korallenfischen, meist Anemonenfische und Seepferdchen, pflanzen sich in Gefangenschaft fort (6). Von den über 2‘000 Korallenfisch- und Hunderten Korallenarten im Handel stammen fast alle aus der Wildnis (2). Nur ein Prozent der Korallen, vor allem Lederkorallen, kann gezüchtet werden (6). Sogar bei Arten, die gezüchtet werden können, wie z.B. Anemonenfische, wird auf Wildfang zurückgegriffen, da die Zucht die Nachfrage bei weitem nicht deckt (3) oder diese nicht rentiert (4).

Auch das Ozeanium wird seine Aquarien hauptsächlich mit Tieren aus Wildfang bestücken.

Es gibt nach wie vor keine konkrete Artenliste, die Aufschluss gibt, welche Fisch- und Korallenarten sowie wirbellosen Tiere im Ozeanium gezeigt werden sollen.

[1] Wilkinson C. (2008): Status of Coral Reefs of the World: 2008. Global Coral Reef Monitoring Network, IUCN, Australian Government, Australian Insitute of Marine Science and others.

[2] Rhyne A. L., Tlusty M. F., Schofield P. J., Kaufman L., Morris J. A. Jr, Bruckner A. W. (2012): Revealing the Appetite of the Marine Aquarium Fish Trade: The Volume and Biodiversity of Fish Imported into the United States. PLoS ONE 7(5).

[3] Jones A. M., Gardner S., Sinclair W. (2008): Losing ‘Nemo’: bleaching and collection appear to reduce inshore populations of anemonefishes. Journal of Fish Biology, Volume 73, Issue 3, pages 753–761.

[4] Vagelli A. A. (2011): The Banggai cardinalfish. Natural history, conservation and Culture of Pterapogon kauderni). Wiley-Blackwell.

[5] WWF Global/Philippines, Pressemeldung 23.10.2013. 

[6] Wabnitz C., Taylor M., Green E., Razak T. (2003): From Ocean to Aquarium. The global trade in marine ornamental species. UNEP, WCMC, Cambridge, UK (The information in the study comes from self-declarations by coral fishers)

2

Vier von fünf im Riff gefangene Korallenfische sterben bevor sie in einem Aquarium landen.

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Das Ozeanium gefährdet Fische

Vier von fünf im Riff gefangene Korallenfische sterben, bevor sie in einem Aquarium landen. Im Schnitt sterben bis zu 80 Prozent der Fische bei Fang und Transport (1). Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu 98 Prozent der Fische im ersten Jahr im Aquarium sterben (2). Da es keine Kontrollen oder Schutzbestimmungen gibt, werden sie unbemerkt ersetzt.

Eine artgerechte Haltung ist praktisch unmöglich:

Viele Fische würden in ihren natürlichen Lebensräumen weite Distanzen schwimmen, tief tauchen, sich im Riff verstecken oder im Schwarm leben. Im Aquarium hingegen, verletzen sich viele Fische, entwickeln Verhaltensstörungen und Aggressionen.

Technische Probleme führen immer wieder zum Tod von vielen Tieren in Grossaquarien. So starben zum Beispiel im November 2013 wegen einem technischen Defekt im Tropenhaus Frutigen über Nacht 20‘000 Störe.

Ein zunehmend sensibilisiertes Publikum dürfte Wildfänge und grosse Risiken bei Transport und Haltung nicht akzeptieren. Welchen Einfluss hat dies langfristig auf die Besucherzahlen des Ozeaniums? Welchen Einfluss hat dies auf den Ruf der Stadt Basel?

(1) Wabnitz C., Taylor M., Green E., Razak T. (2003): From Ocean to Aquarium. The global trade in marine ornamental species. UNEP, WCMC, Cambridge, UK (Die Informationen in der Studie stammen von Selbstdeklarationen von Korallenfisch-Händlern).  
(2) WWF Global/Philippines, Pressemeldung 23.10.2013.
Monticini P. The Ornamental Fish Trade. Production and Commerce of Ornamental Fish: technical-managerial and legislative aspects. FAO GLOBEFISH Research Programme, 2010; 102.

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Das Projekt Ozeanium ist mit dem Basler Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft auf keinen Fall vereinbar.

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Das Ozeanium ist nicht nachhaltig

Als Mitglied des internationalen Dachverbands für Zoos und Aquarien (WAZA) verpflichtet sich der Zoo Basel dessen Naturschutzstrategie: «Alle Zoos und Aquarien arbeiten zunehmend nachhaltig, hinterlassen möglichst wenig Spuren in der Natur und nutzen natürliche Ressourcen, ohne Raubbau zu treiben.» (Welt-Zoo und Aquarien Naturschutzstrategie 2005). Doch wie oben dargelegt, können die meisten Fische und Korallen nicht gezüchtet werden, sondern werden wild gefangen, viele bevor sie geschlechtsreif sind und sich fortpflanzen konnten.


Pumpen, Wasseraufbereitung, Kühlung und Heizung verbrauchen enorme Mengen Energie. Das Ozeaneum in Stralsund (Deutschland) zum Beispiel verbraucht ungefähr die Energie einer Kleinstadt mit 10‘000 Einwohnern. Das Projekt Ozeanium ist mit dem Basler Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft auf keinen Fall vereinbar.

Wie definiert der Zoo Basel Nachhaltigkeit und wie sieht sein Nachhaltigkeits-Konzept aus?

4

Das Ozeanium Basel verfolgt das Prinzip «Weniger Platz für mehr Tiere» entgegen allen gängigen Trends der Tierhaltung.

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Rückschritt in alte Zeiten

Der Zoo Basel verschreibt sich dem international akzeptierten Prinzip «Mehr Platz für weniger Tiere», um die Tierhaltung artgerechter und tierfreundlicher zu gestalten. Umso stossender ist daher die Aussage von Thomas Jermann, Projektleiter Ozeanium und Kurator Vivarium Zoo Basel in der Basellandschaftlichen Zeitung vom 04.12.2012: «Im Ozeanium werden mehr Tiere leben, als es dies bisher im Zolli tun».

In einem Interview mit Das Magazin vom 19.09.2014 sagte Olivier Pagan, Direktor des Zoo Basel: «Gemeinsam mit verbündeten Zoos weltweit streben wir florierende, genetisch gesunde Zuchtpopulationen an, damit wir von den Tieren in der Wildnis unabhängig sind.» Die Wildfänge, die für das Ozeanium notwendig wären, widersprechen diesem Ziel.

Welche Tierarten sollen im geplanten Ozeanium gezeigt werden? Welche stammen aus Zuchten und welche aus Wildfängen? Kann das Projekt Ozeanium überhaupt realisiert werden, wenn auf Wildfänge verzichtet würde?

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Laufende Veränderungen der Wildfang-, Haltungs- und Importbestimmungen könnten das Projekt während des Baus verunmöglichen.

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Gesetzgebung im Wandel

Ethik, öffentliche Moral und Gesetzgebung ändern sich heute schnell. Vor 100 Jahren war es noch akzeptabel, Menschen aus anderen Kulturen in Zoos auszustellen. In den 80er Jahren störten sich nur wenige an den engen Käfigen in Zoos. Fische wurden erst 2008 ins Schweizer Tierschutzgesetz aufgenommen. Erst nach den tödlichen Vorfällen 2011 und 2012 im Delfinarium des Connyland in Lipperswil (TG) wurde ein Importverbot für Delfine und Walartige beschlossen. Im 2016 verlangte ein Vorstoss bessere Kontrolle der Wildfänge zum Schutz der Korallenriffe. Dieser wurde vom Bundesrat angenommen.

Zunehmend restriktive Vorschriften betreffend Tierhaltung sowie weitere Handelsbeschränkungen und Importverbote sind auch für andere Tiergruppen wahrscheinlich. Grossaquarien jedoch sind statische Einrichtungen, die kaum sinnvoll auf Veränderungen der Haltungs- und Importbestimmungen reagieren können. Bei den vorgesehenen Kosten wäre das Ozeanium eine höchst risikoreiche Investition.

Wie plant der Zoo dem Risiko Rechnung zu tragen, wenn sich Haltungs-, Handels- und Importbestimmungen verschärfen?

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Das Ozeanium Basel ist eines unter vielen und zeigt nichts Neues.


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Das Ozeanium ist nichts Neues

Der Zoo Basel bewirbt das Ozeanium als eine Innovation. Im Umkreis von 500 km gebe es keine vergleichbare Institution. Beides ist nicht korrekt. Schauaquarien werden seit über 160 Jahren gebaut. Das Basler Ozeanium wäre ein Grossaquarium unter 150 Aquarien in Europa (siehe Karte). Im Umkreis von 500 km befinden sich mindestens fünf weitere Grossaquarien (Gardasee, Genua, Lyon, München und Konstanz). Das SEA LIFE in Konstanz ist keine zwei Stunden von Basel entfernt.

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Worin besteht die Innovation des geplanten Ozeaniums in Basel? Wie will das Ozeanium sich gegenüber der Konkurrenz behaupten? 

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Von wegen Umweltbildung: Noch nie gab es so viele Grossaquarien auf der Welt – gleichzeitig waren die Meere noch nie so bedroht wie heute.

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Im Ozeanium bleibt die Umweltbildung auf der Strecke

Aquarien rechtfertigen ihr Dasein mit ihrem Beitrag zur Umweltbildung. Es gibt jedoch bis heute keine Studien, die einen pädagogischen Effekt und dadurch eine Verbesserung des Meeresschutzes nachweisen. Dem Arten- und Meeresschutz werden wir mit Schutzgebieten und Handelsverboten besser gerecht als mit der Ausstellung einer beschränkten Lebenswelt hinter Glas. Fische in einem Glastank auszustellen, bestückt mit Schautafel, ist im 21. Jahrhundert kein akzeptables pädagogisches Konzept mehr.

Trotz der Zerstörung von Korallenriffen wächst die Aquarienindustrie weiter. Jährlich wurden bis 2003 weltweit rund 24 Millionen Korallenfische, 12 Millionen Korallen und 10 Millionen Wirbellose gehandelt (1). Heute dürften es deutlich mehr sein, denn es gibt weltweit rund 1‘000 Grossaquarien (ohne Aquarien in Zoos mitzuzählen) (2) und über 2 Millionen private Meeresaquarien6. Der Umsatz der gesamten Industrie beläuft sich laut FAO auf 15 Milliarden US Dollar pro Jahr (3).

Das Ozeanium impliziert, es sei ethisch vertretbar, Wildtiere bei hohen Verlustraten im Riff zu fangen, zu transportieren und unter Missachtung ihrer Bedürfnisse in einen Glaskasten zu sperren. Dies dürfte die Verbreitung privater Meeresaquarien weiter fördern. Noch nie gab es so viele Grossaquarien auf der Welt. Gleichzeitig waren die Meere noch nie so bedroht wie heute. Offensichtlich ist diese Art von Pädagogik nicht zielführend.

In einer zunehmend schnelllebigen Welt kann die wichtige Rolle von positiven Vorbildern nicht genügend unterstrichen werden. Sie bieten Halt und Orientierung, sie stiften Sinn und motivieren zu positivem Engagement. Entsprechend gross ist die Verantwortung jener, die solche Vorbildfunktionen einnehmen können. Kann das Ozeanium aber ein glaubwürdiges Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit und Artenschutz sein, wenn die Voraussetzung für seinen Betrieb Wildfänge sind? Kann das Ozeanium ein Vorbild sein für einen nachhaltigen und ethisch vertretbaren Umgang mit den Ressourcen dieser Welt?

(1) Wabnitz C., Taylor M., Green E., Razak T. (2003): From Ocean to Aquarium. The global trade in marine ornamental species. UNEP, WCMC, Cambridge, UK (Die Informationen in der Studie stammen von Selbstdeklarationen von Korallenfisch-Händlern).
(2) ConsultEcon (2008): Keys to economic sustainability of aquariums: Examples from the worldwide aquarium ‘industry’. Conference presentation ConsultEcon, Inc.
(3) Bartley D. (2005): Fisheries and Aquaculture topics. Ornamental fish. Topics Fact Sheets. In: FAO Fisheries and Aquaculture Department. 

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Die Besucherzahlen in ganz Europa nehmen kontinuierlich ab. Investiert Basel in ein Auslaufmodell?

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Grossaquarien – sinkende Besucherzahlen

Das geplante Ozeanium rechnet mit ungefähr 650‘000 Besuchern pro Jahr. Ein Vergleich mit ähnlichen Grossaquarien mit grösserem Einzugsgebiet lässt dies jedoch bezweifeln. Das SEA LIFE in München, in einer Metropolregion von 5,7 Millionen Einwohnern, verzeichnete im Eröffnungsjahr (2006) 660‘000 Eintritte. Heute sind es noch rund 350‘000 Eintritte pro Jahr. Ebenso verzeichnete das Haus des Meeres in Wien, in einer Metropolregion von 2,6 Millionen Einwohnern, 2014 nur 567‘311 Eintritte. Die Metropolregion Basel umfasst gemäss Bundesamt für Raumplanung rund 1,3 Millionen Einwohner. Anhand der Zahlen von München und Wien kann geschätzt werden, dass das geplante Ozeanium in Basel ungefähr 200‘000 bis 300‘000 Eintritte pro Jahr generieren wird. Höhere Erwartungswerte sollten belegt werden.

Obwohl das 2008 eröffnete Ozeaneum von Stralsund 2010 zum «European Museum of the Year» gekürt wurde und zu den meistbesuchten Aquarien Deutschlands gehört, nehmen die Besucherzahlen kontinuierlich ab: 

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Das 2013 eröffnete Blå Planet in Kopenhagen verzeichnete nach anfänglich 1,09 Millionen schon 2014 nur noch 768‘000 Besuchende:llion.

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Als Reaktion auf den kontinuierlichen Besucherrückgang versuchen Grossaquarien immer neue Attraktionen anzubieten. Das SEA LIFE in Konstanz und der Blå Planet in Kopenhagen diskutieren über Erweiterungsbauten. Ein geplanter Ausbau im Ozeaneum in Stralsund wurde 2013 von der Bundesrepublik und dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern nach einer Wirtschaftlichkeitsstudie abgelehnt.

In Basel wären Erweiterungsbauten zur Attraktivitätssteigerung kaum möglich. Das Ozeanium könnte lediglich neue Arten in den bestehenden Aquarien zeigen. Ein solches Vorgehen dürfte jedoch durch zunehmend restriktive Bestimmungen in den Bereichen Import und Haltung erschwert werden.

Auf Grund welcher Annahmen prognostiziert das Ozeanium 650‘000 Eintritte pro Jahr? Mit welchem Besucherrückgang wird über die Lebensdauer des Ozeaniums gerechnet? Bis zu welchem Punkt kann der Zoo diesen Rückgang selber tragen, und ab wann müssen Dritte bei der Finanzierung einspringen? Übernimmt die Stadt Basel eine Defizitgarantie?

Personenkomitee

Diese Personen sind unserer Meinung und setzen sich gegen ein Ozeanium in Basel ein.

Mirjam Ballmer

Ehem. Grüne Grossrätin BS

«Basel hat etwas Innovativeres verdient, als ein Ozeanium, wie es sie schon an vielen anderen Orten gibt.»

Alejandro Vagelli

Director of Science & Conservation New Jersey Academy for Aquatic Sciences, Camden USA

«Korallenriffe werden zerstört und ihre Bewohner ausgelöscht. Stellen Sie sich vor, der emblematische Panda würde aussterben, das gäbe einen Aufschrei. Genau dies passiert mit einigen Korallenfischen wie dem Banggai Kardinalfisch.»

Dr. Gieri Bolliger

Geschäftsleiter Tier im Recht (TIR)

«Ernst gemeinter Artenschutz setzt beim Schutz der Lebensräume an. Die Nachzucht von bedrohten Tierarten, die nicht ausgewildert werden können, dient hingegen vor allem dem Selbstzweck und hat mit echter Arterhaltung wenig zu tun.»

Clifford Warwick

Beratender Biologe und medizinischer Wissenschaftler für Emergent Disease Foundation

«Um ein Problem unter vielen zu nennen: Um stressbedingte Infektionen bei Fischen zu bekämpfen, werden im Aquarien-Geschäft Antibiotika eingesetzt, was zu mikrobiellen Resistenzen führen kann, was wiederum zu unkalkulierbaren Kosten für tierliche und menschliche Gesundheit führt.»

Valeska Bernhart

Rechtswissenschaftliche Mitarbeiterin, Tier im Recht (TIR)

«Die Biodiversität in den Weltmeeren war noch nie so stark bedroht wie heute. Deshalb wäre es falsch, Wildfänge bei uns auszustellen. Nur wenige der in Aquarien gehaltenen Korallenfische können überhaupt nachgezüchtet werden.»

Franziska Walter

Geschäftsführerin - Whale and Dolphin Conservation WDC

«Die Schweiz hat seit 2012 ein Importverbot für Wale und Delfine und setzt sich weltweit gegen Überfischung der Weltmeere ein. Diese Vorbildfunktion sollte nicht durch ein unökologisches und anachronistisch anmutendes Projekt wie das geplante Ozeaneum in Basel aufs Spiel gesetzt werden – zum Wohle unserer Mitbewohner in den Meeren und von uns allen.»

Vera Weber

Präsidentin und Geschäftsführerin der Fondation Franz Weber

«Basel als innovative Stadt sollte nicht auf Antiquiertes setzen.»


Roger Michel

Freitaucher und Hai Botschafter

«Wild gefangene Korallenfische und Haie ins Ozeanium stecken unter dem Vorwand, die Meere zu schützen? Wie absurd ist denn das! Stirbt der Hai, stirbt das Meer. Stirbt das Meer, sterben wir.»

Monica Biondo

Meeresbiologin, M.Sc., Fondation Franz Weber

«Es gibt kaum Kontrollen oder Schutzbestimmungen für den Handel mit marinen Zierfischen.»

Billo Heinzpeter Studer

Co-Präsident Verein fair-fish

«100 Millionen Franken für ein Ozeanium – goht's no?! Das Geld wäre besser angelegt in Forschung für Massnahmen zum Schutz der Meere, des wichtigsten Lebensraums auf der Erde, von dem auch wir Landratten sehr direkt abhängen.»

Prof. Dr. Markus Wild und sein Hund Titus

Philosophie Professor Universität Basel

«Der Zolli wollte mehr Platz für weniger Tiere, jetzt will er mehr Tiere mit weniger Platz. Ausserdem müssen die Fische wild gefangen werden, viele gehen dabei ein. Dieses Ozeanium wäre ein Rückschritt für Basel! Und unabhängig vom Tierwohl: Besucherzahlen in existierenden Meeresaquarien sind rückläufig. Eine schlechte Investition.»

Kurt Amsler

Unterwasserfotograf und Meeresschützer 

«Dreissig Prozent aller Korallenriffe sind in einem äusserst bedrohlichen Zustand, was sich in den nächsten Jahren verdoppeln könnte! Durch das Wegfangen von Korallenfischen, wird nicht nur das sensible ökologische Gleichgewicht gestört, auch verursacht das dafür verwendete Zyanid immense Schäden. Auch die Tatsache, dass während dem Fang und auf dem Transport im Durchschnitt 70 Prozent der Tiere sterben, steht im krassen Widerspruch dem Menschen „Natur“ näher zu bringen.»

Rene Umberger

Geschäftsführerin For the Fishes, Engagiert sich für den Tierschutz in Korallenriffen

«Der illegale Gebrauch von Zyanid beim Fischfang ist weltweit verbreitet und bis zu 90% der Fische in Meeresaquarien wurden mit diesem Gifte gefangen. Zyanid zerstört die Tier- und Pflanzenwelt sowie deren Lebensraum und ist für Korallenriffe eine grosse Bedrohung.»

Sigrid Lüber

Gründerin und Präsidentin von OceanCare

«Der geringe Bildungswert von Aquarien rechtfertigt nicht den Fang und die Haltung von Wildtieren. Nicht-konsumptive Alternativen wie Dokumentarfilme und Virtual Reality sind weit sinnvoller und nachhaltiger.»

Pablo Labhardt

Geschäftsleiter Animal Rights Switzerland

«Meerestiere faszinieren mich. Genau deshalb würde ich niemals wollen, dass man sie für mich einfängt, unter hohem Todesrisiko transportiert und hier in Basel einsperrt. Durch moderne Medien lerne ich sowieso mehr über die Tiere als durch einen altmodischen Fischtank.»

Dr. Sandra Altherr

Diplom-Biologin und Mitbegründerin von Pro Wildlife

«In Europa schließen erfreulicherweise immer mehr Delfinarien. Doch diese dürfen nicht durch Großaquarien ersetzt werden. Haie und andere Meeresbewohner gehören in den Ozean und nicht in Glastanks.»

Andrea Herrlich

Präsidentin und Gründerin von OceanSwimmer

«Basel liegt NICHT am Meer. Und auch wenn dies so wäre gibt es keine Berechtigung, den bereits vielfältig strapazierten Meeren weiteres Leben zu entnehmen. Die Öffentlichkeit kennt leider die zerstörerischen Hintergründe der Aquaristikindustrie noch nicht, und genau hier könnte Basel eine Pionierleistung erbringen: anstatt mit einem antiquierten und überteuerten Grossaquarium Geld zu verschwenden, lieber auf ein umweltfreundliches, visionäres Bildungs- und Aufklärungssystem wie z.B. Vision Nemo setzen!»

Martin Vosseler

Doktor, Autor, Friedens- und Umweltaktivitst

«Meeresaquarien wie das in Basel geplante Ozeanium sind obsolet, vom Tierschutz und von der Ökologie her inakzeptabel. Das Projekt "Vision Nemo" könnte neue Wege aufzeigen, für Erlebnis, Wissensvermittlung und Meeresschutz»

Robert Marc Lehmann

Meeresbiologe, Forschungstaucher, Fotograf und Filmemacher

«Ich habe früher viele Meerestiere für Zoos und Aquarien in Europa gefangen und weiß, was hinter den Kulissen stattfindet. Würden das auch die Besucher wissen, würde niemand mehr in ein Aquarium oder Zoo gehen.»

Daniela Dill

Spoken-Word-Künstlerin, Basel

«Basel liegt am Meer.

Zürich hat einen Regenwald.

In Dubai fällt Schnee.

Eisberg in der Wüste.

Globalisierung verrückt die Welt.»

Dr. Brigitta Gerber

Ehemalige Grossrätin und Grossratspräsidentin des Kantons Basel-Stadt

«Vision Nemo ist ein wundervolles, zeitgemässes Projekt, dass unseren Kindern ermöglicht, die Meereswelt kennenzulernen und zu erfahren. Gleichzeitig schont und schützt es die Meeresressourcen verantwortungsvoll. In New York zeigt das National Geographic mit Encounter Ocean Odyssey (https://natgeoencounter.com) am Times Square was möglich wäre. Ganz toll - das wünsche ich mir auch für Basel!»

Tom Vierus

Fotograf, Filmemacher und Meeresbiologe

«Grossaquarien fördern die Ausbeutung der Korallenriffe und gehen mit schlechten Beispiel voran: durch das Fangen von Rifffischen wird zusätzlicher Druck auf das Ökosystem Korallenriff ausgeübt, welches ohnehin schon an Überfischung, Verschmutzung und den Folgen des Klimawandels leidet. Wir brauchen kein weiteres Aquarium, sondern mehr Individuen, die sich für den Erhalt der Meere einsetzten.»

Vision nEmo

Virtual Reality – Den Tieren und ihrem Lebensraum zuliebe

Der Ozean lässt sich in kein Becken pferchen. Er steht für unendliche Weiten. Für unseren blauen Planeten. Für das Leben. Wie also dem Ozean gerecht werden, wenn man ihn nicht bereisen oder durchtauchen kann? Vision NEMO macht genau das möglich.

Das Einfuhrverbot von Delfinen in die Schweiz zeigt: Das Verständnis für die Gefangenhaltung grosser Meerestiere in kleinen Tanks oder Aquarien schwindet.

Vision NEMO ist die zeitgemässe, zukunftsgerichtete Alternative:
Hollywood wird in wenigen Jahren Virtual-Reality Filme produzieren, in die der Zuschauer, als Teil des Geschehens, involviert wird. Die Idee Vison NEMO baut auf dieser Virtual-Reality-Technologie auf. 
Durch fantastische Aufnahmen aus verschiedensten Regionen, Zonen und Meerestiefen, bekommt der Zuschauer einen einmalig vielseitigen Einblick in das natürliche Verhalten der Tiere in ihrem gewohnten Lebensraum. Nebst 360 Grad Erlebniswelten steht Edutainment, auch unterhaltsames Lernen genannt, im Mittelpunkt. Erfahren Sie mehr über unser Projekt unter Vision NEMO

Ein Engagement der Fondation Franz Weber

Die Fondation Franz Weber FFW setzt sich seit über 40 Jahren ein für die Erhaltung und achtsame Entwicklung unseres Lebensraumes.
Dies beinhaltet ebenso den Kampf für den Schutz der Natur und der Tiere als auch die Erhaltung von kulturellen Errungenschaften. Die FFW ist als Partnerorganisation der UNESCO weltweit anerkannt und engagiert.

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